DigComp3.0 veröffentlicht – Welche Rolle spielen KI-Kompetenzen?

Am 12. Dezember 2025 wurde die 5. Auflage des Europäischen Digitalen Kompetenzrahmens DigComp vorgestellt. Für unsere Projekte in Schleswig-Holstein, Berlin und Hessen stellt der Kompetenzrahmen seit Jahren eine wichtige Grundlage dar.

Der DigComp 3.0 ist die aktuelle Fassung des europäischen Referenzrahmens für digitale Kompetenzen und beschreibt, was Menschen in einer digital geprägten Gesellschaft können, wissen und an Haltung mitbringen sollten. Er ist relevant, weil er in ganz Europa Bildung, Weiterbildung und Arbeitswelt an gemeinsamen Standards für digitale und KI-bezogene Kompetenzen ausrichtet.

Der Kompetenzrahmen beschreibt digitale Kompetenz als Kombination aus Wissen, Fähigkeiten und Haltungen für einen selbstbewussten, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien in Alltag, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Kernbereiche und Neuerungen

Die Grundstruktur mit fünf Kompetenzbereichen (u. a. Informations- und Datenkompetenz, Kommunikation/ Zusammenarbeit, Erstellung digitaler Inhalte, Sicherheit, Problemlösung) und 21 Einzelkompetenzen bleibt erhalten. Neu sind aktualisierte Kompetenzbeschreibungen, überarbeitete Niveaustufen, neue Learning Outcomes und die durchgängige Integration von KI‑Kompetenzen, einschließlich Umgang mit generativer KI, Desinformation, digitalen Rechten und digitalem Wohlbefinden.

KI wird dabei nicht als eigener Extrablock, sondern quer durch alle 21 Kompetenzen geführt – einzelne Kompetenzen und Lernziele sind explizit als KI‑bezogen gekennzeichnet. Zusätzlich stärkt der DigComp 3.0 Aspekte wie kritische Bewertung von Online‑Informationen, Schutz vor Desinformation, Cybersicherheit, digitales Wohlbefinden und Bewusstsein für ökologische Auswirkungen digitaler Technologien.

Relevanz für Bildung und Arbeitsmarkt und Nutzen für Individuen und Organisationen

Der Rahmen dient als gemeinsame Referenz für Lehrpläne, Fortbildungen, Zertifikate und Kompetenzprofile in mindestens 22 EU‑Mitgliedstaaten und darüber hinaus. Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Politik können damit Lernziele systematisch planen, digitale Kompetenzen messbar machen und Qualifizierungsangebote an aktuelle technologische Entwicklungen, insbesondere KI, anpassen.

Für Einzelne macht der DigComp 3.0 transparent, welche digitalen Fähigkeiten heute von „Basic“ bis „Highly advanced“ erwartet werden und wie persönliches Lernen strukturiert werden kann. Organisationen nutzen den Rahmen, um Rollenprofile zu definieren, Weiterbildungen zielgerichtet zu entwickeln und sicherzustellen, dass der Einsatz digitaler Technologien verantwortungsvoll, sicher und menschenzentriert erfolgt.